Michael Jennings hegt sich in der Geschichte „Paycheck“ von Philip K. Dick in der Sicherheit seines Konzerns Rethrick Constructions, das für eine revolutionäre Umstrukturierung des herrschenden totalitären Systems „SP“ kämpft.
Das Unternehmen behält sich jedoch ein das Gedächtnis Jenninga nach zweijähriger Tätigkeit auszulöschen um ihr Vorhaben, dass das derzeitige Regime stürzen will zu schützen.
Jennings muss die Firma verlassen und sein Gedächtnis und das Wissen werden gelöscht. Er hält jedoch fest, dass ihm eine Ablöse zusteht.
Jennings Wissen, dass er in den letzten zwei Jahren aufgebaut hat (ein Spiegel der in die Zukunft blicken kann) wäre für die „SP“ Gold wert. Das bedeutet, Jennings könnte im Falle einer Festnahme in der äußeren Welt und dem herrschenden Regime nicht überleben.
Er kann weder erklären, warum er sein Gedächtnis verlor, noch, was beziehungsweise wer er ist. Für „SP“ Grund genug sich von so einem Menschen zu trennen.
Er hält jedoch vertraglich fest, dass er nach vollzogenem Gedächtnisverlust, sieben Gegenstände (Draht, Ticket, Chipkarte, etc.) mitnehmen darf. Was das Unternehmen nicht weiß: jene unscheinbaren sieben Dinge werden Jennings später dazu verhelfen den Inhaber Rethrick des Konzerns zu erpressen und einen Posten in den oberen Reihen der Firma zu übernehmen.
Mittels des Spiegels mit dem man in die Zukunft blicken kann und eines „Greifers“, der sprichwörtlich in die Zukunft greift, hat Michael Jennings sich der sieben Utensilien noch während seiner Anstellung bedient.
Er verrät seine alte Firma um sich zu retten.
Ein Gottesbezug zwischen dem Apostel Judas Ischariot aus dem Neuen Testament und James Rethrick zu ziehen, scheint zunächst abtrünnig. Doch in Bezug auf ein „Reich Gottes“, also die Erlösung und absolute Sicherheit einer jeden Seele, kommt man einer Verbindung der beiden schon näher.
Betrachtet man die Judaserzählung und versucht diese zu deuten, so stolpert man oft über die Interpretation von „Judas als Heilsbringer“.
Der Heilsbringer, der Jesu nicht verriet, sonder überlieferte, damit Gottes Heilsplan die Seelen der Toten in sein Reich (Reich Gottes) aufnehmen zu können auf gehen konnte.
Ein wichtiger Aspekt der christlichen Eschatologie: Das „Reich Gottes“. Es begann schon durch die Inkarnation Jesu.
Es ist kein Ort, sondern viel mehr ein Geschehen, in dem Gott seine Herrschaft ausbreitet, dass allerdings noch nicht vollendet ist. Durch Jesus Tod wurde die Verbindung zwischen irdischen Leben und ewigen Leben gesichert. Es zieht also nach sich, ist dies- & jenseitig.
Im Jenseits ist alle Sünde und Böses besiegt (vollkommende innere Sicherheit). Im Diesseits arbeitet man noch an der Perfektion der Verbreitung von u.a. Frieden. (Eine weitere Art der inneren Sicherheit)
Das Ende ist klar: Das Reich Gottes wird sowohl im irdischen Leben als auch nach dem Ableben stattfinden. Voraussetzung ist aber der Einsatz der Menschen. Sie bemühen sich um eine Umstrukturierung der derzeitigen Situation. Heute zum Beispiel nimmt man diese Umstrukturierung unter anderem durch soziale Gerechtigkeit(en) war.
James Rethrick ist ebenfalls für eine Umstrukturierung. Ihm geht es vor Allem um die soziale Veränderung seiner Gesellschaft. Aus christlicher Sicht nähert er sich demnach dem Reich Gottes.
Nur durch Jesus Tod, konnte das Tor der Erlösung geöffnet werden.
In Hinblick auf die Kurzgeschichte weiß man, dass die Zukunft zwar vorherseh-, aber nicht veränderbar ist. Alles hat seinen Lauf und scheint vorbestimmt zu sein.
Welche Auswirkungen hat Rethricks Vertrag mit seinen ehemaligen Angestellten Jennings auf die Zukunft? Handelt es sich um einen Verrat, da Jennings ohnmächtig in die Gesellschaft zurückkehren muss oder ist es nicht eher ein Anfang für die Erlösung des totalitären Systems? Der Anfang für einen freien Geist?
Haben sich Judas und Rethrick sich fernab von Altruismus bewegt um sich ihre irdische Existenz zu bewahren? Eine rhetorische Frage. Selbstverständlich.
Welche Auswirkungen beinhaltet ihr Handeln?
Sie ist bei beiden die Selbe: Die Verbesserung für ein zukünftiges besseres Bestehen, sowohl als Individuum, als auch für die Gesellschaft.
Judas opferte Jesus und ermöglichte die Verbindung zwischen irdischer Welt und Reich Gottes. Er brachte sich und die restlichen Gläubiger näher an eine verbesserte soziale Lebensgemeinschaft ohne Angst und Furcht. Seine Entscheidung schuf ein Stückchen innere Sicherheit, die sich im Laufe der Jahrhunderte zumindest im Katholizismus immer mehr aufgebaut hat!
Der Ausgang der beiden Geschichten ist unterschiedlich. Während Judas ganz christlich das Geld zurück gibt, Buße tut und stirbt, Rethrick behält seinen Posten und könnte ohne große Probleme weiteragieren. Leider endet Dicks Geschichte vorzeitig. „SP“ bleibt weiterhin an der Macht und der Leser kann nur hoffen, dass Rethrick Constructions es schafft das totalitäre System zu stürzen.
Donnerstag, 4. Juni 2009
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